Hebel - Optionsscheine Definition
Der theoretische Hebel ist der Hebel, der als reine Kennzahl berechnet werden kann. Wie sich der Preis des Optionsscheins dann in der Praxis wirklich im Verhältnis zur Kursänderung beim Basiswert verändert, ist hingegen oftmals eine ganz andere Sache, weil hier auch weitere Einflussfaktoren wie Angebot und Nachfrage eine Rolle spielen. Und genau aufgrund dieser Differenz zwischen Theorie und Praxis verliert der Hebel an sich als Kennzahl immer mehr an Bedeutung. Denn dem Anleger ist es keine sehr große Hilfe, wenn er weiss, dass der Hebel theoretisch bei sechs liegt, in der Praxis aber nur eine Hebel von vier vorhanden ist. Ferner sagt der Hebel natürlich auch etwas über die Gewinnmöglichkeiten und auch die Verlustgefahren aus. Je größer der Hebel, desto höhere Gewinne kann der Anleger erzielen, aber auf der anderen Seite auch Verluste erleiden müssen. Sehr spekulativ eingestellte Anleger suchen sich demnach Optionsscheine mit einem recht große Hebel von 10 oder mehr aus, während "vorsichtige" Anleger, soweit man im Bereich des Investments in Optionsscheine noch von vorsichtig sprechen kann, sich eher für Optionsscheine mit eine Hebel von zwei oder drei entscheiden.
Wie genau wird nun der theoretische Hebel beim Optionsschein berechnet? Konkret berechnen kann man den Hebel, indem man den jeweils aktuellen Kurs des Basiswertes als Grundlage nimmt, und diesen Kurs dann im Folgenden durch den Preis des Optionsscheines dividiert. Dabei ist zudem das Bezugsverhältnis zu berücksichtigen, wenn man also mit einem Optionsschein nicht eine Aktie (Basiswert) kaufen kann, sondern wenn man zum Beispiel zum Erwerb einer Aktie fünf Optionsscheine benötigen würde (Bezugsverhältnis 1:5). Liegt also beispielsweise der Kurs der Allianz Aktie bei 50 Euro und der Preis des Optionsscheins liegt bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 bei 10 Euro, dann würde in diesem Fall der Hebel bei fünf liegen.